Schienenlärm lästiger als Straßenlärm?

Veröffentlicht am Freitag 03 Oktober 2008 11:08:15 von Uwe_Schroeder

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UMWELTTAGUNG IN GRAZ 03.10.2008 Schienenlärm lästiger als Straßenlärm? Bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Hygiene, Umwelt- und Präventivmedizin in Graz sind die Teilnehmer zu einem überraschenden Ergebnis in Sachen Lärm gekommen. Demnach soll Schienenlärm gesundheitlich schlechter sein als Straßenlärm. Lärm als neuer Schadstoff der Zukunft Der Leiter der Tagung und Vorstand des Hygieneinstitutes an der Medizinischen Universität Graz, Egon Marth, bezeichnete bei der Tagung Lärm als neuen Schadstoffs des neuen Jahrzehntes. Im Zusammenhang mit der zunehmenden Belastung durch Umgebungsgeräusche forderte der Experte mehr Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung. Schiene versus Straße Nachdem der Schienenverkehr in Zukunft zunehmen werde, seien die Auswirkungen auf die betroffenen Menschen besonders zu bedenken. Marth stellte den sogenannten Schienenbonus infrage. Dieser erlaubt Zügen, um fünf Dezibel lauter zu sein als Straßenfahrzeuge. Daher darf der durchschnittliche Lärm von Schienen im Wohnbereich 50 Dezibel betragen, jener von Motorrädern, Autos und Lkw lediglich 45 Dezibel. Schienengeräusche sind lästiger Mit einer neuen Methode zur Erforschung von Lärm konnte ein Team mit Experten aus fünf verschiedenen Instituten feststellen, dass Schienengeräusche in höheren Schallpegeln "lästiger" und damit gesundheitlich schlechter sind, als Straßenlärm derselben Lautstärke, so Reinhard Raggam vom Institut für Umweltmedizin an der Grazer Medizin-Universität. Lauter als ein Lkw Der Schienenlärm geht laut dem Experten nicht so gleichmäßig dahin wie Straßenverkehrslärm, sondern hat Spitzenpegel, die bis zu 92 Dezibel entsprechen können. Das ist deutlich lauter als ein LKW. Quietschen der Schienen stresst mehr als Straßenlärm. Lärm ist nicht gleich Lärm Diese Lautstärke ist schon nach wenigen Minuten gesundheitsgefährdend. Der Grund ist laut den Experten einfach zu erklären: "Lärm ist nicht gleich Lärm. Das Quietschen von Schienen wird von Personen lästiger empfunden als die Geräusche einer Straße. Daher stresst dieser mehr", so die Experten. Der Stress führe zu Bluthochdruck und eher zu einem Herzinfarkt. Schlafraubender Schienenlärm Besonders folgenschwer ist Schienenlärm laut Experten in den Nachtstunden. Es kommt verstärkt zu Aufwach- und verkürzten Dauerschlafphasen. Die Folge sind Konzentrationsstörungen und Müdigkeit am Tag. Der Ausbau der Schiene sei zwar aus umweltpolitischer Sicht zu begrüßen, aber die Auswirkungen auf die Bevölkerung müssten besser berücksichtigt werden, so die Experten. Wenn etwa die Koralmbahn voll ausgebaut ist, würden etwa 400 Vorbeifahrten pro Tag entstehen. Das entspricht einer Frequenz von einem Zug alle drei Minuten. Mehr Lärmschutzwände und bessere Technik Die einzig mögliche Lösung sehen Experten darin, vermehrt Lärmschutzwände und Schallschutzfenster zu errichten sowie die Züge mit einer verbesserten Technik auszustatten.


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