Giftmülltransporte

Veröffentlicht am Dienstag 17 April 2007 11:30:05 von Uwe_Schröder

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Rollt der Giftmülltransport nun doch?

 

Die umstrittene Verschiffung von 60 000 Fässern Giftmüll aus Australien nach Deutschland rückt näher. Wie berichtet, soll der mit dem krebserregenden Hexachlorbenzol belastete Abfall nach Brunsbüttel gebracht werden. Ein Teil wird vor Ort verbrannt, ein Teil per Zug zur Verbrennung weiter nach Nordrhein-Westfalen transportiert. Die Anlandung an der Küste wird für Mai erwartet, die Fahrt geht höchstwahrscheinlich auch durch Hamburg.

Der Transport hat scharfe Proteste ausgelöst - vor allem bei den Anwohnern der Güterumgehungsbahn. Zwar hält die Bahn, wie berichtet, den genauen Transportweg "aus Sicherheitsgründen" geheim, aber zur Güterumgehungsbahn, die unter anderem durch Teile von Alsterdorf, Groß Borstel und Eppendorf fährt, gibt es keine echte Alternative.

Im Februar hatte es bereits Proteste vor dem DB Mobility Center an der Eppendorfer Landstraße gegeben. Tenor: Die Bahn solle die betroffenen Anwohner offen über die Gefährlichkeit des Transports informieren. Die Menschen fürchten ein Zugunglück, wie es sich Ende Januar vor den Toren Hamburgs in Tornesch ereignet hatte. Damals waren aus den verunglückten Waggons ätzende Chemiewolken entwichen. Die Bahn verweist dagegen auf die hohen Sicherheitsstandards, auch sei ein Transport per Lkw im Vergleich zum Bahntransport noch gefährlicher.

Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer der Naturschutzorganisation BUND Hamburg, kritisierte den "Mülltourismus" scharf. Die australische Regierung müsse nun dringend Voraussetzungen schaffen, den Abfall im eigenen Land verbrennen zu lassen. "Solche Stoffe fallen immer wieder an", so Braasch.

Vor Kurzem hatte das schleswig-holsteinische Umweltministerium das Genehmigungsverfahren für den Transport gestoppt, weil noch keine Erklärung der australischen Behörden vorliegt, ob der Müll nicht auch im Land selbst verbrannt werden könnte. Wie ein Sprecher des Ministeriums dem Abendblatt gestern bestätigte, liegt das Schreiben immer noch nicht vor, entsprechend gibt es auch keine Genehmigung. Insider gehen aber davon aus, dass es sich hier lediglich um eine Formalie handelt. Falls Australien die Erklärung abgibt, hat Schleswig-Holstein kaum Ermessensspielraum, und das Land muss die Einfuhr der Stoffe und ihre Teilentsorung in der Sondermüllverbrennungsanlage (SAVA) Brunsbüttel genehmigen. Die Bundesregierung sieht keine erhöhte Gefahr bei der Verbrennung des Mülls in Deutschland.

schmoo, ubi

erschienen am 17. April 2007


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