Hier lügt die Bahn
Veröffentlicht am Montag 07 September 2009 11:17:06 von Uwe_Schroeder

Die Bahn AG tritt als Bauherr für Lärmschutzwände auf, auch jetzt, wo der verspätete Start des Baus der von Bürgern finanzierten Lärmschutzwände erfolgt. Auf großformatigen Stellschildern entlang der Strecke wird großspurig suggeriert, die DB Netze AG sei Bauherr für unsere Lärmschutzwände. Tatsächlich bezahlen wir, die Anwohner, zusammen mit der Stadt die Zeche. Die Bahn zahlt keinen Cent dazu, lässt sich jeden Handschlag fürstlich honorieren. Denn: „Sonst passiert nichts.“
In jahrelangen Verhandlungen, unterstützt durch eine beispielhafte Beteiligung der Bevölkerung, ist es uns gelungen, Lärmschutzwände als Ausgleich für eine vollkommen verfehlte Verkehrspolitik zu bekommen. Die bittere Pille: Bürger mussten selbst tief in die Tasche greifen.
Die Krönung des Ganzen ist jetzt diese PR-Maßnahme der Bahn AG. Sie tut so, als würde sie die Lärmsanierung betreiben. Nein, liebe Bahn. Im Gegenteil. Sie haben alles getan, um die Lärmsanierung zu verhindern. Die Hürden für die Realisierung von Lärmschutzwänden wurden unerträglich hoch gesetzt. Planungskosten von 30 %, Lärmschutzwände, die 250 km/h schnelle Züge aushalten müssen, an einer Strecke mit Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h, alles natürlich zu horrend hohen Kosten mit einem undurchsichtigen Ausschreibungsverfahren bei dem, so ein Insider, „immer wieder die Betonmafia gewinnt“.
Am liebsten hätte sich die Bahn alles zweimal bezahlen lassen. Sie wollte für Pflege und Wartung für 25 Jahre im Voraus Geld. Und sogar den Rückbau von Lärmschutzwänden, die eine garantierte Haltbarkeit von 40 Jahren haben, sollte uns Anwohnern jetzt schon in Rechnung gestellt werden.
Das sind keine News aus Absurdistan. Nein, das auch ist keine Realsatire von der Bahn. Es ist ein Trauerspiel, das – so der Vorschlag eines Nachbarn - nur einen Titel verdient: Hier lügt die Bahn.